„Cor Jesu" von Jelena Vasilj - Eco di Maria nr.164

Anlässlich der Jahrhundertfeier des Heiligsten Herzen Jesu, von Papst Pius IX. eingesetzt, hat Papst Pius XII. im Jahr 1956 eine wunderbare Enzyklika über die Verehrung des Herzen Jesu, mit dem lateinischen Titel Haurietis aquas, geschrieben. Es handelt sich um einen Titel, der seinen Ursprung im Buch Jesaja findet, in welchem der heilige Verfasser prophezeit, dass das Herz Jesu zur Quelle der Liebe werde: „Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude aus den Quellen des Heils" (Jes 12,3).
Das Wasser, als hier vom Propheten verwendete Metapher, ist Symbol des Heiligen Geistes, oder besser, der Liebe Christi, mit der Er-als Gott - innerhalb der Dreieinigkeit liebt. Gleichzeitig gießt sich die Liebe über die ganze Menschheit aus -d.h. Sein Heiliger Geist wird der Kirche vermacht wie der hl. Paulus im Römerbrief sagt: „...denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist" (Röm 5,5). Deshalb ist durch die zweifache Natur Christi Seine Liebe gleichzeitig menschlich und göttlich und der Kernpunkt des Festes zum Heiligsten Herzen Jesu.
Die Enzyklika unterstreicht, dass die göttliche Liebe eine konkrete Liebe ist, durch alle geschichtlichen Zeiten eines bestimmten Volkes hindurch, in dessen Herz Gott sein Gesetzt schrieb; mit diesem Volk hat Gott unzählige Bündnisse der Liebe geschlossen, die oftmals aber durch die Untreue des Volkes gebrochen wurden. Trotzdem wurde nach der Reue des Volkes der Bund mit einem noch festeren Band der Liebe neu aufgerichtet, wie wir aus den Worten des Propheten Hosea entnehmen, in denen Gott Seine Liebe zu Israel ausdrückt: „Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten.
Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe (Hos 11,1.3-4). Ich will ihre Untreue heilen, und sie aus lauter Großmut wieder lieben (...). Ich werde für Israel da sein, wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon" (Hos 14,5-6).

Der allergrößte Beweis der göttlichen Liebe ist die Fleischwerdung in Liebe und die Passion des Gottessohnes, die Ihn zu vollkommener, menschlicher Liebe gestalten, und der mit allen menschlichen Gefühlen ausgestattet ist. Somit wird das Herz Jesu zum besten Beispiel der Liebe und des Trostes für uns Menschen, wie diesbezüglich der hl. Augustinus anführt: „Nun hat der Herr Jesus diese Gefühle der Zerbrechlichkeit der menschlichen Natur angenommen, mit dem Ziel in sich selbst, seinem Leib, der die Kirche ist, das nachzuahmende Modell anzubieten. Weshalb, wenn bei jemandem von ihnen, unter dem Ansturm der menschlichen Verführungen, vorfallen würde, betrübt zu sein und zu leiden, nicht glaube, dem Einfluss seiner Gnade entzogen zu sein; er möge verstehen, dass solche Betrübnisse keine Sünden sind, sondern Anzeichen menschlicher Schwäche". Diese Liebe hat ihren Höhepunkt im Kreuz, wo das Herz Jesu von einer Lanze durchbohrt ist, und somit zum höchsten Beweis seiner unsichtbaren Wunde der Liebe wird (S. 1081).
Der Papst spricht von einem dritten Aspekt der Liebe, „mit welcher Christus den Vater und die Menschheit liebt, die die brennende, in Seine Seele eingegossene Liebe ist, und die wertvolle Gabe Seines Willens darstellt, die Seine Taten mit einem doppelt seligen und ausgegossenen Wissen erleuchtet, als Quelle aller Schätze der Wissenschaft und Weisheit (vgl. Kol 2,3). Das Herz Jesu ist für uns die Quelle aller Wissenschaft, oder jener mystischen Leiter, um zur Umarmung Gottes aufzusteigen, denn es ist reich an Geschenken, wie die Eucharistie, Passion und Tod, der heiligsten Mutter, der Priesterschaft, der Gründung der Kirche, der Mission des Heiligen Geistes über die Apostel und den Gläubigen. In allen diesen Werken - sagt der Papst - müssen wir mit liebeserfüllter Seele über das Klopfen seines Herzens nachsinnen, mit denen es scheint, dass er die Zeitabschnitte seiner irdischen Pilgerreise bemaß, bis zum höchsten Augenblick, bei dem er sagte: Es ist vollbracht (Joh 19,30). Dann stand das Herz still und seine zartfühlende Liebe blieb wie schwebend bis zum Augenblick der glorreichen Auferstehung. Als sich nun wieder die Seele des siegreichen Erlösers über den Tod mit seinem glorreichen Leib vereinte, hat das Heiligste Herz wieder zu klopfen begonnen, und seither hat es nicht mehr aufgehört noch wird es je aufhören, mit einem für immer ruhigen und unbeirrbaren Rhythmus, die dreifache Liebe zu sein, die den Sohn Gottes mit seinem himmlischen Vater und der gesamten menschlichen Gemeinschaft verbindet, für welche er, mit vollem Recht, das mystische Haupt ist" (S. 1065).
Vertrauen wir uns also dem Unbefleckten Herzen Mariens an, das synchron mit dem Herzen Jesu in Ihrem Schoße klopfte, auf dass auch wir, eingestimmt in Ihrem Rhythmus, für immer an diesem ewigen Atem des Heiligen Geistes teilnehmen können und mit Ihm in der Heiligsten Dreifaltigkeit lieben.