Auch der Teufel organisiert seine "Kirche" - Eco di Maria Regina della Pace n.155

Die Überlegungen über das Wirken Satans führen ohne Zweifel dazu, einen Blick auf jene "organisierte" Wirklichkeit zu werfen, durch welche der Teufel darauf hinarbeitet, in der Welt einen Plan des Todes zu verbreiten: die satanischen Sekten. Zu diesem Thema fahren wir weiter, einige Auszüge eines Interviews zu veröffentlichen, die Don G. Amorth in der Zeitschrift "30 Tage" (Nr. 7/8 2000 - siehe Echo 154) gegeben hat.

"Was ich über die satanischen Sekten weiß, wird mir von Personen vermittelt, die sich mit großer Mühe und unter großer, persönlicher Gefahr entschlossen haben, herauszukommen. Sie kommen stets äußerst gezeichnet heraus, unter diabolischen Einflüssen, die ihnen große Leiden verursachen und die Exorzismen benötigen, um davon befreit zu werden. Wer sich entschließt, aus einer satanischen Sekte auszutreten, lebt in einem Zustand großen Terrors. In Amerika wird er getötet, in Italien noch nicht. Die satanischen Sekten bannen mit Unheil, d.h. sie führen satanische Riten gegen Personen durch, die sie verlassen.

F. Haben sie den Eindruck, dass sich die satanischen Sekten in Italien stark verbreiten?

A. Ich glaube, in Italien gibt es sechs-siebenhundert davon. Es handelt sich stets um kleine Gruppen, denn dadurch können sie sich leichter treffen und sind schwer auszumachen. Es gibt nur vier große satanische Sekten in Italien, die anderen bestehen aus je ca. zehn Personen. In Italien gibt es jedoch eine große Verbreitung des Satanismus, der über die Sekten hinaus geht und eine sehr große Anzahl von Personen umfasst. Denken sie an den satanischen Rock. Ich beschuldige nicht - das wäre lächerlich - die Rockmusik. Es gibt jedoch eine Version, eben den sogenannten satanischen Rock, der den absoluten Nihilismus predigt, die katholische Religion sowie jegliche soziale Ordnung bekämpft. Er lehrt, dass alles erlaubt ist und dass das Individuum Gott ist. Er führt zum Kirchenhass. Es gibt noch viele andere Formen der Verbreitung des Satanismus. Kürzlich habe ich ein Büchlein eines Mädchens gesehen, in dem die Weihe an Satan, als auch alle Formen des Selbstmordes gelehrt werden. Und die Selbstmorde nehmen unter den Halbwüchsigen zu. Im übrigen ist Gott Gott des Lebens, Satan der Herr des Todes. Der hl. Augustinus sagte, wenn Gott den Teufel nicht hinderte, würde dieser alle umbringen.

F. Warum verbreitet sich gerade in dieser Zeit so sehr der Satanismus?

A. Weil es keinen Grund mehr gibt zu leben. Die Jugendlichen bekommen alles von den Eltern, außer den Glauben. Wenn einem Volk der Glaube abhanden kommt, überlässt man sich dem Aberglauben, und heute besonders dem Okkultismus.

F. Für viele sind die satanischen Sekten ein Spiel...

A. Leider stimmt das. In der Tat treten viele aus Langeweile ein. Okkultismus und Satanismus haben immer große Neugier hervorgerufen. Man sucht neue Erfahrungen und Emotionen, neue Dinge kennen lernen bezaubert: wer in satanische Sekten eintritt hat den Reiz, neue Macht zu erlangen, die andere nicht haben. Und Satan verleiht sie auch, seine Geschenke: Reichtum, Vergnügen und Erfolg. Es sind dieselben Versuchungen, denen Christus ausgesetzt war: "Ich schenke dir die ganze Welt, wenn du mich anbetest". Wenn sie nur wüssten, wie viele sich hinknien, heutzutage, vor Satan!"

F. Stehen wir vor einer gefährlichen Eskalation (Aufschwung A.d.R.) des Satanismus?

A. Ich glaube, ja. Es gibt jenen, der beim Lesen dieser Worte erstarrt, aber auch jenen, der ein nachzuahmendes Beispiel zieht. Und heute wird für den Satanismus immer mehr Reklame gemacht. Im übrigen verbreiten sich die satanischen Sekten auch über Internet. Es genügt "Satan" oder "satanische Sekten" zu suchen und man erhält eine komplette Auflistung, auch mit Hinweisen, wie Verbindung aufzunehmen. Nicht zufällig steigen die Diebstähle von geweihten Hostien an, die dann zum Verkauf gelangen... Man muss in der Tat sagen, die Satansanhänger glauben an die reelle Anwesenheit Jesu in der Eucharistie. Mehr als viele Katholiken."

(Don G. Amorth - aus einem Interview)